Warum Darf Man Sterbende Nicht Beim Namen Rufen? - []

Warum Darf Man Sterbende Nicht Beim Namen Rufen?

Warum Darf Man Sterbende Nicht Beim Namen Rufen

Ist es gut für Sterbende sie zu besuchen?

Noch einmal besuchen können oder sollen. Wenn Kinder und Jugendliche den sterbenden Menschen besuchen, dann ist es gut und hilfreich, wenn eine erwachsene Person anwesend ist, die ihr Augenmerk und ihre Sorge in erster Linie auf sie richtet, Fragen beantwortet und auftretende Emotionen begleitet.

Was erlebt ein Sterbender?

Weitere mögliche Veränderungen – Die Körpertemperatur verändert sich, Arme und Beine können durch die geringe Durchblutung kälter, blass und bläulich werden. Manchmal schwitzen Sterbende auch übermäßig, und der Puls kann schwach und unregelmäßig sein.

Oft sinkt der Blutdruck. Alle fünf Sinne sind im Sterbeprozess hochsensibel. Sterbende hören und riechen sehr gut. Dies können Sie beachten, sich ans Bett setzen, vertraute Melodien summen, Ihre Gedanken aussprechen, vielleicht ein Gebet sprechen. Auch Musik, die der sterbende Mensch liebt, kann über einen Tonträger achtsam abgespielt werden.

Und: Sie dürfen auch weinen!

Was bedeutet es wenn Sterbenden in die Luft greifen?

Wie das Sterben verläuft – Der Sterbeprozess kann dabei länger oder kürzer dauern, einen Einfluss haben auch Konstitution, bestehende Krankheiten und die Umgebung – doch einige charakteristische Zeichen und Stationen lassen sich sehr häufig beobachten: • Ruhebedürfnis und Rückzug In den letzten Tagen vor dem Tod schlafen viele Menschen sehr viel, sind matt, ziehen sich sichtbar in sich zurück.

Das sind die ersten Zeichen für den einsetzenden Sterbevorgang: Der Körper fährt den Stoffwechsel zurück. Laborwerte von Blut und Urin werden schlechter. • Kein Essen und Trinken Der Organismus programmiert sich um: nicht mehr Aufbau und Erhaltung, sondern Abbau sind jetzt vorgesehen. Die meisten Sterbenden möchten nichts mehr essen und trinken.

Das Gehirn schüttet bestimmte Botenstoffe aus, die zum Stress-Kreislauf gehören: Sie stellen Hunger und Durst ab. In Krankenhäusern werden dann in der Regel auch Sonden, die Nährlösung zuführen, entfernt. Nicht einmal auf die Flüssigkeitsaufnahme bestehen Mediziner: „Gerade die leichte Austrocknung ist für den Sterbenden gut! Denn nur dann schüttet das Gehirn weitere Botenstoffe aus: Sie beruhigen und lindern Schmerzen, es sind körpereigene Opium-Stoffe, sogenannte endogene Opiate”, so Josef Hell.

Angehörige sind dann oft sehr alarmiert – nicht selten verlangen sie Magensonden und künstliche Ernährung. Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativmedizin am Uniklinikum Erlangen kennt das: „Angehörige sind oft sehr verunsichert, weil sie denken, wir würden den Patienten verhungern oder verdursten lassen.

Aber Hunger taucht in dieser letzten Lebensphase in der Regel gar nicht mehr auf. Es ist ein wesentlicher Teil unserer Arbeit auf der Palliativstation, das den Angehörigen zu vermitteln.” Das Aufzwingen von Flüssigkeit, Nahrung oder Sauerstoff bereitet oft nur Schmerzen.

Sogar Waschen oder Umlagern können für den Sterbenden Stress bedeuten. • Kaum Ausscheidungen Magen und Darm werden vom Körper still gelegt, die Nieren werden nicht mehr durchblutet und produzieren keinen Urin mehr. Weil das Blut nicht mehr in den Nieren gereinigt wird, sammeln sich Stoffwechselreste darin an.

Die Folge: die Gifte lähmen das Gehirn – der Patient wird irgendwann bewusstlos. • Kalte Hände und Füße In den letzten Stunden vor dem Tod werden Hände und Füße kalt, das Blut zieht sich zurück. Der Kreislauf konzentriert sich auf die wichtigsten Organe im Körperinneren: Lunge, Herz und Gehirn.

  • Diese Zentralisierung des Kreislaufs sieht man: Die Nägel verfärben sich bläulich, an den Füßen und Unterschenkeln lagert sich gesammeltes Blut ab, das nicht zurück transportiert wird.
  • Es ergibt charakteristische Flecken.
  • Markant: Das „Todesdreieck” In den letzten Stunden vor dem Tod ist das Gesicht sehr blass, oft vor allem um Lippen und Nase herum.

Dieses markante „Todesdreieck” wird sehr oft beobachtet und ist ein typisches Zeichen für den nahen Tod. Ebenfalls häufig beobachtet werden fahrige Bewegungen, Zupfen an der Bettwäsche, Herumschieben der Füße. • Rasselnder Atem Der Atem geht beim Sterbenden lange noch regelmäßig, aber es ist oft mit jedem Atemzug ein brodelndes Rasseln zu hören.

  1. Es liegt daran, dass der Sterbende nicht mehr husten und schlucken kann, und dass Rachen und Bronchien sich mit Schleim füllen.
  2. Auch dieses Zeichen, im Volksmund „Todesröcheln” genannt, ist sehr häufig, bestätigt Palliativmediziner Christoph Ostgathe: „Bis zu 90 Prozent aller Sterbenden haben diese Rasselatmung in ihren letzten Lebenstagen oder Lebensstunden.

Nach allem, was wir wissen, ist das aber keine Belastung für die Patienten. Es ist eher eine Belastung für das Umfeld, für die Pflegeteams und die Angehörigen. Die bitten uns häufig darum, diesen Schleim rauszusaugen. Wir wissen aber, dass das Rasseln immer wieder kommen würde, schon nach 10 Minuten oder eine Viertelstunde.

Und so versuchen wir, den Angehörigen deutlich zu machen, dass das Absaugen eine größere Belastung darstellt als das Rasseln selbst.” • Wichtig: Pflege, Berührung, Geborgenheit Das schwere Atmen durch den Mund trocknet die Schleimhäute aus – feuchtes Abtupfen ist eine kleine Erleichterung. Denn obwohl der Patient bewusstlos ist, gehen Ärzte davon aus, dass die Sterbenden spüren, wenn sie umsorgt werden.

Geborgenheit in dieser Phase ist wichtig, Berührung, vertraute Musik vorspielen. Auch Sprechen, Beten, Vorlesen, Singen, Streicheln und Umarmen können dem Sterbenden gut tun. • Schnappatmen Zuletzt wird der Atem unregelmäßig – der Sterbende schnappt nach Luft.

  • Diese Schnappatmung ist das Zeichen dafür, dass das Herz nicht mehr richtig schlägt.
  • Das Gehirn gerät in Luftnot und versucht, sich mehr Sauerstoff zu verschaffen.
  • Herzstillstand und Tod Zuletzt bleibt das Herz ganz stehen, die Sauerstoffversorgung des Körpers bricht zusammen.
  • Die Organe werden nicht mehr versorgt.

Nach acht bis zehn Minuten setzt auch das Gehirn aus – der Mensch ist tot. • Viele sterben friedlich Nach Aussagen vieler Palliativmediziner und Ärzte ist ein dramatischer Todeskampf bei Schwerkranken oder sehr alten Menschen nicht die Regel, die Mehrzahl stirbt friedlich: „Es gibt natürlich auch Ausnahmen – Menschen, die vielleicht sehr unruhig werden, sich als Person stark verändern, schreien, auch Luftnot, Erbrechen oder um sich schlagen kommen vor.

  • Aber wir können da am Lebensende viel tun, mit Schmerzmitteln und Beruhigungsmitteln, so dass das Lebensende nicht zum qualvollen Todeskampf wird.” • Trost durch einen würdigen Abschied Tote werden in vielen Kulturen gewaschen und neu bekleidet.
  • Das ist kein bloßes Ritual: Oft entleeren sich noch Blase und Darm, die Schließmuskel haben keine Spannung mehr, wenn die Muskeln im Tod erschlaffen.

Das Waschen und Herrichten des Toten kann für die Angehörigen als letzter Akt der Zuwendung sehr tröstlich sein. Manchen ist es dagegen lieber, wenn Pflegepersonal diese Arbeit verrichtet. Welchen Weg auch immer man wählt, Christoph Ostgathe möchte Angehörigen ausdrücklich Mut machen, ihre Sterbenden in den letzten Lebensstunden zu begleiten – denn auch der Tod gehört zum Leben, so Ostgathe: „Wir möchten Menschen nahebringen, das Sterben als einen Teil des Lebens und vielleicht auch als Teil ihrer Beziehung zu verstehen.” : Sterben – das letzte Programm

Wie lange dauert die finalphase Sterben?

Der Begriff (Prä-)Finalphase umschreibt die eigentliche Sterbephase und bezieht sich auf die letzten 72 Stunden des Lebens.

Wie lange dauert es bis sich der Körper entleert?

Der Abbauprozess nach dem Tod – Kann im Fall eines plötzlichen Ablebens nichts mehr für die Person getan werden, beginnt im Körper bereits nach einigen Minuten ein Prozess, welcher zeitlich sogar ziemlich gut beschrieben werden kann. Bereits nach drei Minuten, in denen das Herz still steht, fangen die Gehirnzellen an, abzusterben.

Mehr zum Thema: Beerdigungen kostet immer mehr Geld: Lohnen sich Bestattungen vom Discounter?

Welches Organ stirbt als letztes?

„Das Gehör stirbt zuletzt’, heißt es oft.

Wie lange ist das Gehirn nach dem Tod noch aktiv?

Der Hirntod | Die Techniker Zum Hirntod kommt es, wenn das Gehirn nicht mehr durchblutet wird. Im Krankenhaus trifft das nur auf ein bis zwei Prozent der Sterbefälle zu. Ursache sind oft Hirnblutungen, ein Unfall, geplatzte oder verstopfte Blutgefäße im Gehirn.

Sie lassen das Hirngewebe so stark anschwellen, dass es sich selbst die Blutzufuhr abdrückt. Schon nach wenigen Sekunden führt Sauerstoffmangel im Gehirn zur Bewusstlosigkeit. Nach wenigen Minuten ist es unwiderruflich geschädigt. Nach etwa zehn Minuten ohne Sauerstoff stirbt das Gehirn endgültig. Damit erlischt auch die Fähigkeit, selbst zu atmen.

Das Gehirn, das zentral Körper und Geist des Menschen steuert, ist tot. Mit dem Gehirn stirbt der fühlende, denkende, selbst atmende Mensch. Der Hirntod wird anhand genau definierter Richtlinien festgestellt. Sie wurden durch die Bundesärztekammer festgelegt, um Fehldiagnosen zu verhindern.

  • Bis zu einer Entscheidung über die Organspende versuchen die Ärzte und Pflegekräfte auf der Intensivstation, den Kreislauf des Hirntoten mit künstlicher Beatmung und anderen Maßnahmen aufrechtzuerhalten.
  • Für die Angehörigen, aber auch für die Ärzte und das Pflegepersonal ist das eine schwierige Zeit.

Denn ein hirntoter Mensch sieht nicht tot aus: Durch die künstliche Beatmung und die intensivmedizinischen Maßnahmen funktioniert der Kreislauf noch. Der hirntote Mensch ist durchblutet, sein Herz schlägt, seine Haut ist rosig, und durch das Beatmungsgerät hebt und senkt sich seine Brust, als atme er noch.

  • Er kann schwitzen und Fieber haben.
  • Es ist sogar möglich, dass in einer hirntoten, künstlich beatmeten Frau ein Baby heranwächst.
  • Würde das Beatmungsgerät jedoch abgeschaltet, stünden unausweichlich auch Herz und Blutkreislauf still.
  • Bald würden die äußeren Todeszeichen eintreten: Totenstarre und Leichenflecken.

Eine Organspende wäre dann nicht mehr möglich. Hat der Verstorbene nicht selbst über eine Organspende entschieden, müssen seine Angehörigen jetzt die Entscheidung treffen – und das in einer emotional sehr schwierigen Situation. Ist die Entscheidung für eine Organspende gefallen, setzen die Ärzte die künstliche Beatmung und die intensivmedizinischen Maßnahmen bis zu der Operation zur Entnahme der Organe fort.

Die medizinischen Informationen der Techniker sind von renommierten Organisationen für Qualität, Neutralität und Transparenz zertifiziert.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut. TK-Broschüre “Entscheidung fürs Leben – Organspender und ihre Angehörigen”, 2012; Sabine Müller, “Wie tot sind Hirntote”, Bundeszentrale für politische Bildung, 2011 : Der Hirntod | Die Techniker

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Kann ein toter Zeichen geben?

1. Das Wichtigste in Kürze – Verschiedene Merkmale (Todeszeichen) signalisieren den eingetretenen Tod. Als “unsichere” Todeszeichen gelten Atemstillstand und starre Pupillen. “Sichere” Zeichen sind Leichenstarre und Leichenflecken. Die sicheren Zeichen sind nach einer Zeitspanne von 30 Minuten bis zu 2 Stunden nach dem eigentlichen Tod zu beobachten.

Wie läuft der sterbeprozess ab?

Sterbeprozess – Häufig gestellte Fragen – Wie lange dauert der Sterbeprozess? Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort – jede Phase des Sterbens kann unterschiedlich lange dauern. Der natürliche Sterbeprozess beginnt bereits einige Wochen vor dem Tod, in denen der Mensch immer schwächer und müder wird.

Wenige Tage vor dem Ende verliert der Sterbende das Interesse an seiner Umgebung und der Nahrungsaufnahme. Die Finalphase, die letzten Tage und Stunden sind geprägt vom langsamen Organversagen. Kann man den Sterbeprozess aufhalten? Hat die Finalphase des Sterbeprozess eingesetzt, kann dieser nicht mehr aufgehalten werden.

Die meisten Menschen finden sich in dieser letzten Phase ihres Lebens jedoch mit dem bevorstehenden Tod ab und schauen dem Ende verhältnismäßig gelassen entgegen. Merken Menschen, wenn sie sterben? Am Ende des natürlichen Alterungsprozesses oder einer tödlich verlaufenden Krankheit steht der Sterbeprozess.

Häufig sind die Anzeichen dafür schon einige Tage vor dem Tod eines Menschen sichtbar. Manchmal stellen sie sich aber auch erst wenige Stunden vor seinem Tod ein. Verstirbt eine Person sehr plötzlich, beispielsweise durch einen Herzinfarkt, stellen sich diese Anzeichen nicht ein. Was passiert in den letzten 24 Stunden vor dem Tod? In den letzten 24 Stunden vor dem Tod können viele Menschen ein vermindertes Bewusstsein zeigen, überwiegend schlafen und unregelmäßige Atmung aufweisen.

Physische Anzeichen wie blasse oder wächserne Haut, besonders an Extremitäten, und ein abnehmender Puls sind ebenfalls häufig. Was ist das Todesdreieck (Dreieck des Todes)? Das sogenannte Todesdreieck im Gesicht ist ein typisches Anzeichen für den kurz bevorstehenden Tod.

  • Dabei wird die Haut um Mund und Nase des Betroffenen besonders blass.
  • Es handelt sich dabei um ein Zeichen, dass der Sterbeprozess eingesetzt hat und der Tod in wenigen Stunden eintritt.
  • Was ist das letzte Aufblühen vor dem Tod? Selten kann es vorkommen, dass es einige Tage vor dem Tod noch ein letztes Aufblühen der sterbenden Person gibt.

Dabei ist die betroffene Person häufig ganz klar und orientiert, nimmt Anteil und artikuliert mitunter sogar Wünsche. Dies ist jedoch nur ein vorübergehendes Phänomen, welches den Sterbeprozess nicht aufhält. Warum darf man Sterbende nicht beim Namen rufen? Dies ist ein Mythos, der aus dem frühen Mittelalter stammt.

Damals galt es als unangemessen, Sterbende beim Namen zu rufen, da man davon ausging, dass während des Sterbeprozess die Seele zum Himmel hinauffährt. Daher galt es als riskant, den Sterbenden bei diesem Prozess zu stören, da dies dazu führen könnte, dass der er nicht in den Himmel gelangen würde. Sterbephase: Wie lange ohne Flüssigkeit? In der Terminalphase des Sterbens nehmen Menschen oft keine Flüssigkeit mehr zu sich, und die meisten können ohne Wasser nur einige Tage bis zu einer Woche überleben.

Das Aufhören zu trinken kann ein natürlicher Bestandteil des Sterbeprozesses sein und den Körper bei der Vorbereitung auf den Tod unterstützen. Bestattungsvorsorgevertrag: Sicherheit für die Zukunft Warum der richtige Vorsorgevertrag den Unterschied macht Ein Bestattungsvorsorgevertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Ihnen und einem Bestattungsunternehmen. In diesem Vertrag legen Sie im Voraus fest, wie Ihre Bestattung ablaufen soll. Betreuungsverfügung und Betreuungsvollmacht Was ist die Betreuungsverfügung? Die Betreuungsverfügung oder Betreuungsvollmacht gehört zum großen Spektrum der persönlichen Vorsorge. Sind Menschen nicht mehr zu eigenen Entscheidungen fähig, können gesetzlich Betreuende helfen, um eigene Vorstellungen und Wünsche zu wahren. Waldbestattung: Kosten einer Baumbestattung Die Kosten einer Baumbestattung im Überblick Die Kosten einer Waldbestattung variieren in der Regel je nach Leistungsumfang und Grabstelle. Umso wichtiger ist ein möglichst transparenter Überblick. Wir erläutern die möglichen Kosten einer Baumbestattung und liefern konkrete Kostenbeispielen.

Was Sterbende sich wünschen?

Die Wünsche der Sterbenden sind meist bescheiden – Der Gesprächsbedarf von Patienten auf der Station 112 ist meist sehr gross. «Uns geht es darum, ein Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufzubauen, damit sie uns sagen können, was sie wirklich bewegt», sagt Annett Ehrentraut.

Oft sind es letzte Wünsche, die die Patienten erfüllt haben möchten, bevor sie endgültig gehen. Diese können gewichtig sein, etwa den Partner in letzter Minute heiraten, um ihn abzusichern. In der Regel sind es aber verhältnismässig bescheidene Wünsche: das Haustier nochmals streicheln, die Familie zu einem letzten Fondue-Essen im Spital versammeln, sich von einem Saxofonisten ein bestimmtes Stück spielen lassen, nochmals für ein paar Stunden in die eigene Wohnung zurückkehren, sich an einem schönen Blumenstrauss erfreuen oder sich nochmals die Sonne auf die Haut scheinen lassen.

«Es sind selten völlig exotische Wünsche, die unsere Patienten äussern», berichtet Annett Ehrentraut. «Oft sind es Grundbedürfnisse oder Dinge, die einen hohen emotionalen Wert haben.» Der Geschmack eines bestimmten Gerichts kann Erinnerungen an schöne Momente wecken, eine Aussprache zum Seelenfrieden der Patienten beitragen.

Wie ist der letzte Atemzug?

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Stand: 01.02.2019, 08:38 Uhr Kommentare Teilen “Wenn ich aus Geist, Seele und Körper bestehe, sind zwei davon schon drüben.” © dpa Bis der Atem erlischt: Birgit Vyhnalek begleitet Sterbende. Ich bin Palliativmedizinerin und begleite Menschen durch die letzte und vorletzte Lebensphase, wie auch immer man diese definiert.

  • Ich besuche sie zu Hause, in einem Hospiz oder im Pflegeheim.
  • Dabei spreche ich mit ihnen, dosiere Schmerzmittel, manchmal bin ich auch einfach nur da.
  • Sagen Sie Bescheid, wenn es so weit ist?”, fragen die Angehörigen oft.
  • So weit”, damit meinen sie den Zeitpunkt, an dem das Sterben beginnt.
  • Dieser Zeitpunkt ist nicht immer exakt auszumachen.

Aber es gibt Anzeichen. Viele Menschen wollen dann nichts mehr essen und nichts mehr trinken. Das macht Angst. Es ist aber ganz normal. Sterbende müssen nur wenig trinken. Oft reicht es, ihnen mit ihren Lieblingsgetränken Mund und Lippen zu befeuchten. In den letzten Tagen vor dem Tod schlafen viele Menschen sehr viel, sind matt, ziehen sich sichtbar in sich zurück.

Man sagt nicht umsonst: Er oder sie hat sich zum Sterben hingelegt. Der Körper fährt den Stoffwechsel zurück. Das Gesicht ist sehr blass, oft vor allem um Lippen und Nase herum. Dieses markante „Todesdreieck” tritt sehr oft auf und ist ein typisches Zeichen für den nahen Tod. Die letzten Atemzüge sind sehr charakteristisch.

Manche Menschen hecheln kurze, harte Luftstöße im Stakkato. Andere sammeln noch einmal alle Kraft, saugen die Luft langsam ein – als wollten sie sich mit einem lauten Seufzer verabschieden. Oft gleicht das Atmen einer Rassel. Immer wieder setzt es aus. Das Rasseln kommt daher, dass der Sterbende nicht mehr husten und schlucken kann, und dass sich nicht unbedingt zum Atmen notwendige Seitenwege im Rachen mit Schleim füllen.

Auch dieses Zeichen, im Volksmund „Todesröcheln” genannt, ist sehr häufig. Das Atmen durch den Mund trocknet die Schleimhäute aus – feuchtes Abtupfen ist eine kleine Erleichterung. Denn obwohl viele Patientinnen und Patienten in dieser Phase bereits bewusstlos sind, gehe ich davon aus, dass die Sterbenden spüren, wenn sie umsorgt werden.

Geborgenheit ist in dieser Phase wichtig, Berührung, die Lieblingsmusik. Wer solche rasselnden Atemzüge noch nie gehört hat, erschrickt erst einmal. Manche Angehörigen denken, dass der Sterbende erstickt. Das ist nicht der Fall. Das Rasseln ist nicht quälend.

  • Ich habe es schon erlebt, dass ein Patient erstaunt murmelt: „Was rasselt denn da so?”.
  • Das Gehör funktioniert noch sehr lange gut.
  • Die Atempausen werden dann länger, sie dauern manchmal bis zu einer Minute.
  • Es kommt auch vor, dass nach dem vermeintlich letzten Atemzug nach einigen Minuten noch ein allerletzter folgt.

Es gibt einen eigenen Ausbildungszweig „Palliative Atemtherapie”. Dabei legen wir den Menschen zum Beispiel eine Hand auf den Brustkorb. Das entspannt. Manchmal – aber bei weitem nicht so oft wie im Fernsehen – werden in solchen Augenblicken noch letzte, teils ganz bildhafte Gedanken ausgesprochen.

  • Eine Patientin sagte leise: „Wenn ich aus Geist, Seele und Körper bestehe, sind zwei davon schon drüben.” Einen Menschen bis zu seinem letzten Atemzug zu begleiten ist eindrucksvoll, um nicht zu sagen: erhebend.
  • Es ist ein großer Moment, dabei zu sein, wenn jemand sein Leben aushaucht.
  • Das führt mich aus dem Alltag heraus.

Es löst heftige Gefühle aus, bei einem so wichtigen Ereignis präsent zu sein. Ich empfinde dabei auch Dankbarkeit. Geburt und Tod, das sind die beiden Eckpfeiler unserer Existenz. Viele wollen diesen Moment gemeinsam mit ihrem Ehepartner erleben. Das ist nicht immer möglich.

Es kommt vor, dass ein Mensch genau in dem Moment stirbt, wenn gerade niemand sonst im Raum ist. Ich habe sehr viele Menschen nach dem Tod gesehen. Sie wirkten ausnahmslos friedlich. Ja, ich bin manchmal traurig, wenn jemand stirbt, der mir sehr sympathisch war. Ich rede viel mit meinen Patienten und trage ihre Geschichten noch lange in mir.

Die letzten Tage und Wochen im Leben sind eine kostbare Zeit. Wir können heutzutage viel tun, um Schmerz und Angst zu lindern. Trotzdem ist es natürlich so, dass Sterben schwer ist. Für jeden. Menschen sterben oft, wie sie gelebt haben. Jemand, der mit vielem hadert, tut sich auch mit dem Sterben schwer.

Was deutet auf baldigen Tod hin?

An einem bestimmten Punkt ist es vermutlich für jeden, der im Sterben liegt und den Tod akzeptiert hat, sinnvoll, auf Herz-Lunge-Wiederbelebung Erste-Hilfe-Maßnahmen (HLW – Notfallmaßnahme zur Wiederherstellung der Herz- und Lungenfunktion) zu verzichten. Sterbende, ihre Angehörigen und das Pflegeteam sollten auch weitere wichtige Entscheidungen über ihre medizinische Betreuung treffen bzw. dokumentieren (z.B. ob der sterbende Patient ins Krankenhaus kommen oder beatmet werden sollte).

  • Die Umsetzung dieser Entscheidungen erfordert oft bestimmte Handlungen (z.B.
  • Arzneimittel zu Hause haben oder in der Lage sein, mit Symptomen umzugehen).
  • Sterbende und ihre Angehörigen sollten auf Zeichen vorbereitet sein, die den Tod ankündigen.
  • Der Patient kann immer häufiger bewusstlos sein.
  • Die Gliedmaßen können kalt und bläulich werden oder Flecken aufweisen.

Die Atmung kann unregelmäßig werden. Verwirrung und Schläfrigkeit können in den letzten Stunden auftreten. Sekret im Rachen oder die Entspannung der Rachenmuskulatur kann Atemgeräusche hervorrufen, die als Todesröcheln bezeichnet werden. Die Atemgeräusche lassen sich verringern, indem man den Patienten anders lagert oder Medikamente gegen die Sekretabsonderung gibt.

Diese Maßnahmen dienen eher der Beruhigung der Angehörigen und des Pflegepersonals, denn der Patient nimmt in diesem Stadium das Atemgeräusch selbst nicht mehr wahr. Das Todesröcheln verursacht beim Sterbenden keine Beschwerden. Diese Art der Atmung kann über Stunden dauern und bedeutet, dass der Tod in den nächsten Stunden oder Tagen eintritt.

Im Augenblick des Todes können sich die Muskeln einige Male zusammenziehen, und die Brust hebt sich wie bei einem Atemzug. Nachdem die Atmung ausgesetzt hat, schlägt das Herz ggf. noch ein paar Minuten weiter, und ein kurzer Krampf kann auftreten. Wenn der Sterbende nicht an einer gefährlichen ansteckenden Infektionskrankheit leidet, können ihn die Angehörigen auch nach Eintritt des Todes ohne Bedenken anfassen, streicheln und im Arm halten.

  1. Für nahestehende Menschen ist es meistens hilfreich, den Leichnam nach Eintritt des Todes zu sehen.
  2. Die letzten Augenblicke im Leben eines Menschen können eine nachhaltige Wirkung auf Angehörige, Freunde und Betreuer haben.
  3. Der Sterbende sollte, sofern dies möglich ist, in einem friedlichen, ruhigen Bereich und körperlich bequem liegen.
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Angehörige sollten zu körperlichem Kontakt mit dem Sterbenden ermutigt werden, z.B. seine Hand zu halten. Falls der Sterbende dies wünscht, sollten Angehörige, Freunde und Geistliche bei Eintritt des Todes anwesend sein. HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. Copyright © 2023 Merck & Co., Inc., Rahway, NJ, USA und seine verbundenen Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.

Wie lange dauert das Sterbefasten?

Bei diesen liegt die Dauer des Sterbefastens – sofern wirklich konsequent auf Flüssigkeit ver- zichtet wird – bei etwa 10 bis 14 Tagen. Unsicherheit besteht bei der Frage, ob Sterbefasten eigentlich nur für Hochbetagte zu- mutbar ist.

Wie lange ohne Wasser Palliativ?

1. Was geschieht mit mir beim Sterbefasten? – Antworten zu medizinischen Fragen und Tipps zu wichtigen Aspekten der Pflege:

Wie lange dauert das Sterbefasten? (4)

Dies hängt zum einen stark von der körperlichen Verfassung der Sterbewilligen ab. Bei konsequentem Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit sterben fast drei Viertel der Menschen innerhalb von 16 Tagen (Chabot / Walther). Wer schwer krank ist, stirbt unter Umständen sogar in noch kürzerer Zeit, und es ist dann kaum zu entscheiden, ob die Ursache für den Tod nicht doch die vorhandene Erkrankung war.

Zum anderen verlängert sich die Dauer, wenn die Flüssigkeitsaufnahme kaum eingeschränkt oder sogar normal fortgesetzt wird. Diese Behauptung ist zu wenig differenziert. Es kommt zum einen auf die örtliche Situation an: Ist es heiss oder kalt, feucht oder trocken? Zum andern ist aber auch die physische Situation des einzelnen Menschen sehr wichtig: Ist er alt oder jung, gesund oder krank? Ältere Menschen, die hierzulande in normaler Umgebung konsequent auf Flüssigkeit (und auf Nahrung) verzichten, sterben eher selten schon nach wenigen Tagen.

Gesunde Menschen, die lediglich auf Nahrung verzichten, können relativ lange, öfters sogar mehrere Wochen überleben, wenn sie weiterhin normale Mengen an Flüssigkeit zu sich nehmen. Für schwer kranke und geschwächte ältere Menschen lässt es sich schwer abschätzen, wie lange es dauern wird, bis sie sterben.

  1. Wer sich konsequent für das Sterbefasten entschliesst, wird in der Regel nicht mehr als etwa 50 ml Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen (was schon für die Mundbefeuchtung nötig sein kann).
  2. Nimmt man mehr Flüssigkeit zu sich, so verlängert sich die Zeit des Sterbefastens.
  3. Dies kann für den Sterbenden angenehm sein, aber es bedeutet unter Umständen eine grössere zeitliche und emotionale Belastung für die Angehörigen und Pflegenden.

Das Sterbefasten kann auch in diesem Fall durchgeführt werden. Grössere Wassereinlagerungen können aber die Sterbezeit verlängern, weil der Körper von diesem Wasser zehren kann. Solche Flüssigkeitseinlagerungen können ganz verschiedene Ursachen haben: Zum Beispiel kann eine massive Herzschwäche zur Wasseransammlung in den Beinen oder der Lunge führen oder bei manchen Tumoren kann es zu Flüssigkeitsausscheidungen in Bauch- oder Brusthöhle kommen (= Ascites beziehungsweise Pleuraerguss).

Der Arzt wird entscheiden, ob und mit welchen Massnahmen eine Entwässerung möglich und angebracht ist. Dazu gibt es wenig Erfahrung, und Antworten können daher nur vorläufigen Charakter haben. In einigen Fällen wurde das Sterbefasten nach drei bis vier Tagen abgebrochen, ohne dass schwere, bleibende Folgeschäden festgestellt wurden.

Je später der Abbruch, desto eher muss damit gerechnet werden, dass beispielsweise die Nieren und die Leber für immer geschädigt bleiben. Zu vermuten ist auch, dass bei manchen Vorerkrankungen die Gefahr, sich zu schädigen grösser ist; ebenso wohl auch, je älter man ist.

Das Sterbefasten findet am besten zu Hause in der gewohnten Umgebung statt. Die sorgfältige Betreuung durch die Angehörigen, durch Pflegekräfte und beispielsweise den Hausarzt stellt sicher, dass das Sterbefasten ohne Komplikationen verläuft. Für das Sterbefasten braucht es in vielen Fällen keine dafür spezialisierten Pflegeeinrichtungen oder Organisationen.

In der Regel sind aber in der Schweiz verschiedene Spitex-Organisationen bereit, Menschen zu Hause zu pflegen, die mit FVNF sterben möchten. Für Deutschland und Österreich gibt es seitens Palliativ-Organisationen Empfehlungen, beim FVNF ärztliche und pflegerische Hilfe anzubieten.

  1. In der Schweiz sind viele, wenn auch nicht alle Pflegeheime bereit, einen Menschen, der bereits in einem Heim lebt und durch Sterbefasten selbstbestimmt sterben will, palliativ zu begleiten.
  2. Auch die Spitäler stehen in der Regel dem Sterbefasten offen gegenüber: Es ist das Recht des urteilsfähigen Patienten, die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme zu verweigern.

In Deutschland dürfte die Bereitschaft der Pflegeheime, Insassen das Sterbefasten zu ermöglichen, etwas geringer sein als in der Schweiz. Es gibt jedoch andererseits Pflegeheime und Hospize, die das Sterbefasten ablehnen, weil sie nicht das Gerücht entstehen lassen wollen, sie liessen Patienten verhungern und verdursten.

Eine offene Information zwischen Pflegeheim, Pflegenden und Angehörigen hilft mit, diesen falschen Eindruck zu verhindern. Prinzipiell nehmen Schweizer Hospize aus verschiedenen Gründen keine Patienten auf, die nicht todkrank sind. Pflegeheime nehmen in der Regel keine Menschen auf, die erklären, sie möchten nun ihr Leben durch Sterbefasten beenden.

Beruflich Pflegende sind jedoch nicht selten bereit, Menschen zu betreuen, die zu Hause mit Sterbefasten begonnen haben. Wenn dann aus medizinischen Gründen von einem Arzt eine Verlagerung in eine Pflegeinstitution empfohlen beziehungsweise angeordnet wird, wird der Eintritt dem Sterbenden kaum verweigert werden.

Für Deutschland ist die Situation weniger klar. Generell ist aber zum Beispiel die Aufnahme in ein stationäres Hospiz im Sozialgesetzbuch so geregelt, dass nur Menschen, die sehr wahrscheinlich an einer Erkrankung demnächst sterben werden, aufgenommen werden können. Zuerst sollte in jedem Fall abgeklärt werden, ob ein Sterbefasten nicht zu Hause durchgeführt werden kann.

Einige Schweizer Hospize, aber nicht alle, nehmen schwerkranke Menschen mit erklärtem Sterbewunsch auf. Davon ist dringend abzuraten. Anfangs kommt man noch alleine zurecht, aber später wird man zu schwach sein, um die nötige Körper-, vor allem Mundpflege selber zu machen.

  • Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man dann beim Sterben sehr zu leiden hat.
  • Auf jeden Fall braucht man Hilfe von Angehörigen, nahestehenden Menschen aus dem Freundeskreis oder von Pflegepersonal.
  • Es ist zudem ratsam, von vornherein einen Arzt (in der Regel den Hausarzt oder einen Palliativmediziner) miteinzubeziehen, der die medizinische Seite der nötigen Pflege oder Palliative Care betreut.

In den letzten Stunden – häufig schon in den letzten zwei bis vier Tagen – ist man meist sehr schläfrig. Der Tod tritt in der Regel vollkommen friedlich ein (Herzstillstand im Schlaf). Auch deshalb wird Sterbefasten als eine humane Form des Sterbens bewertet, obwohl es für manche zeitweise, insbesondere wegen Durstproblemen, nicht einfach ist.

  1. Erfahrungen mit nicht schon schwer erkrankten Menschen und wohl auch mit chronisch Kranken ohne infauste Prognose (das heisst: sie können noch Monate oder sogar Jahre weiterleben) sind nicht so häufig.
  2. Sie finden sich zum Beispiel in den Büchern von Chabot-Walther (2017), zur Nieden (2017) oder auch von Kaufmann, Trachsel, Walther (2020).

Es gibt insgesamt zu wenige hinreichend genaue Untersuchungen über die Sterbeverläufe beim FVNF, die die obige Behauptung stützen. Es gab Fälle von Schwerkranken, die nicht so glücklich verliefen, und solche von «Gesunden», die durchaus als gut von der sterbenden Person und den Angehörigen bewertet wurden.

  • Man sollte sich also von obiger Behauptung nicht verunsichern lassen, wenn auch davon ausgegangen werden sollte, dass im Prinzip bei jüngeren Menschen das Durstleiden schwerer zu beherrschen ist.
  • Wir besitzen hierzu bislang nur wenige Informationen.
  • Eine ältere Studie an Gesunden (referiert in Kap.4.2 von Chabot-Walther, 2021) legt nahe, dass jüngere Menschen Durst schlechter ertragen können als ältere.

Bei jüngeren Menschen mit einer schweren Grunderkrankung konnten – im Vergleich zu älteren – bislang kaum Unterschiede im Ablauf und bei der Dauer des Sterbefastens festgestellt werden. Bei Kaufmann-Trachsel- Walther, 2022, betrug das Alter der drei jüngsten PatientInnen 51, 54 und 64 Jahre.

Besondere Probleme traten bei ihnen nicht auf – auch nicht in weiteren, uns bekannten Fällen von kranken Menschen um die 50 und jünger. Es gibt bisher nur sehr wenige Erfahrungsberichte über ein Sterbefasten von jüngeren (etwa 25 bis 50 Jahre), körperlich nicht kranken Personen. In einigen nicht veröffentlichten Fällen (persönliche Mitteilungen an Chr.

Walther) kam es allerdings dazu, dass diese Personen trotz guter Mundpflege ihre Versuche abbrachen (zum Teil, um dann einen Medikamentensuizid zu begehen). Generell werden Pflegende und Angehörige zögern, einen jüngeren Menschen, bei dem keine erheblichen Vorerkrankungen bestehen, in seinem Sterbewunsch zu unterstützen.

Was wird bei der Palliativ gemacht?

Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden Schwerstkranke Menschen und Sterbende haben Anspruch auf eine spezialisierte palliative Versorgung. Die Palliativmedizin hat das Ziel, die Folgen einer Erkrankung zu lindern (Palliation), wenn keine Aussicht auf Heilung mehr besteht.

  1. Die Palliativversorgung kann zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im Hospiz erfolgen – darauf haben Versicherte einen gesetzlichen Anspruch.
  2. Versicherte haben außerdem einen Anspruch auf individuelle Beratung und Unterstützung ihrer Krankenkasse bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung.

Dabei sollen sie auch allgemein über Möglichkeiten persönlicher Vorsorge für die letzte Lebensphase, insbesondere zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung, informiert werden.

Wie lange dauert es bis die Totenstarre einsetzt?

Die Arbeit des Bestatters während der Totenstarre des Leichnams – Oft kümmern sich Bestatter bereits während der Leichenstarre darum, Verstorbene zu waschen, anzukleiden und zu betten. Zur hygienischen Versorgung und Vorbereitung Verstorbener auf die Bestattung müssen Bestatter die Totenstarre “brechen”.

Hinter dem Begriff verbirgt sich anderes, als man auf das erste Hören und Lesen vielleicht vermutet. Es werden nämlich keine Knochen gebrochen. Qualifizierte und vertrauenswürdige Bestatter wahren in jedem Fall den würdevollen Umgang mit Verstorbenen. Die Leichenstarre zu “brechen” bedeutet, dass Bestatter die Gelenke massieren, beugen und strecken, damit die Gliedmaßen in der richtigen Position sind, um Verstorbene beispielsweise ankleiden und betten zu können.

Die Leichenstarre setzt unmittelbar nach dem Tod ein. Durch den ausfallenden Stoffwechsel können bestimmte Muskelproteine nicht mehr isoliert werden, die für die Entspannung von Muskeln verantwortlich sind. Die Folge: Die Erstarrung der Muskulatur. mehr erfahren Die Dauer der Leichenstarre liegt in der Regel zwischen 24 und 48 Stunden nach dem Eintritt des Todes.

Mehr erfahren In der Regel setzt die Leichenstarre bei Zimmertemperatur nach circa ein bis zwei Stunden nach dem Tod ein. Es kann jedoch auch dazu kommen, dass die Erstarrung der Muskeln früher einsetzt. mehr erfahren In der Regel löst sich die Erstarrung der Muskeln nach 24 bis 48 Stunden. Danach beginnen die natürlichen Zersetzungsprozesse im Körper.

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mehr erfahren Unmittelbar nach dem Tod eines Menschen beginnt ein natürlicher, biochemischer Prozess im Körper, der dafür verantwortlich ist, dass zunächst alle Muskeln erschlaffen. Die Stoffwechselfunktionen werden eingestellt, sodass der Energielieferant des Körpers, Adenosintriphosphat (ATP), nicht mehr regeneriert.

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Wie genau lässt sich der Todeszeitpunkt bestimmen?

Rechtsmedizin – Todeszeitpunkt genauer bestimmen Archiv “Wann ist das Opfer gestorben?” fragen Ermittler in fast jedem Krimi. Eine Bestimmung des Todeszeitpunkts ist jedoch nur bis zu 36 Stunden nach Auffinden eines Toten möglich und dann erst wieder nach etwa zehn Tagen. Der Sektionssaal der Rechtsmedizin der Berliner Charité (imago/teutopress) Die Rechtsmedizin sei für ihn eigentlich ein völlig neues Gebiet, sagt Zellbiologe Peter Steinbacher von der Universität Salzburg. Aber sein neues Projekt sei ja eigentlich auch reine Grundlagenforschung, wenn auch sehr praxisorientiert.

“Man kann den Todeszeitpunkt sehr eingrenzen in einem Bereich bis zu 36 Stunden in etwa, wo die Körperkerntemperatur noch einen Unterschied zur Umgebungstemperatur aufweist.” Anschließend wird es schwieriger. Erst nach rund zehn Tagen könnten Forscher über den Insektenbefall den Todeszeitpunkt wieder exakt bestimmen.

Das bedeutet, dass es für die Zeit zwischen 36 und 240 Stunden nach dem Tod bisher keine präzise Methode gibt, um das Ableben einer Person zeitlich zu rekonstruieren. Das wollten Peter Steinbacher und seine Kollegen ändern. “Wir haben jetzt versucht, zu untersuchen, wie die Skelettmuskelproteine zerfallen, und ob wir das nutzen können, um den Todeszeitpunkt in diesem fragwürdigen Bereich näher eingrenzen zu können.” Die Fleischwirtschaft macht es vor Die Idee für diese Methode stammt – für Manchen mag es makaber klingen – aus der Fleischwirtschaft.

  • Dort ermitteln Produzenten, wie lange Fleisch abhängen muss, bis bestimmte Enzyme Muskelfaserstrukturen zersetzen.
  • Peter Steinbacher machte sich dieses Prinzip zunutze.
  • Skelettmuskeln von Säugetieren bestehen aus sehr großen Proteinen, etwa Titin.
  • Und im Muskelgewebe bleiben die Eiweiße länger erhalten als in einer Nervenzelle.

Sieben Proteine wählten die Salzburger Forscher für ihre Studie aus. Danach besorgten sie sich sechs Schweinebeine, denn die Tiere gleichen sehr dem menschlichen Körper in Struktur und Masse. An diesem tierischen Muskelgewebe haben sie den Abbau der Proteine vom Zeitpunkt des Todes bis 240 Stunden später untersucht.

“Was wir dann feststellen ist, dass manche dieser Proteine sich abbauen und zwei Spaltprodukte vorhanden sind. Und dieses Spalten passiert interessanterweise immer zu einem relativ konstanten Zeitraum oder in einem konstanten Zeitraum, sodass beispielsweise Desmin immer zwischen 36 und 60 Stunden sich abgebaut hat.” Auch die Abbauprodukte verschwinden wieder und neue Spaltprodukte entstehen, bis das Protein vollständig abgebaut ist.

Allein mithilfe des Abbauweges dieser sieben Proteine lassen sich sehr konkrete Zeitfenster ablesen, also ein konkreter Todeszeitpunkt bestimmen. Das funktioniert nicht nur bei Schweinen. “Wir haben jetzt begonnen schon an Menschen zu arbeiten und wir finden da haargenau dieselben Spaltprodukte.

Das einzige Problem, das wir jetzt am Menschen haben ist, dass wir noch nicht genug Leichen haben, um die ganzen Zeitpunkte genau abzudecken. Das heißt, man bekommt vom Menschen bei einer Autopsie ja nur einen Punkt, weil in den meisten Fällen bekommen wir Leichen oder Muskelproben von Leichen aus dem Bereich zehn Stunden bis zu 40 Stunden.” Ein wichtiger Faktor sei die Umgebungstemperatur, so Peter Steinbacher.

Die Liegebedingungen eine Leiche seit dem Tod müssen die Rechtsmediziner für ihre Bestimmung kennen. Denn: ” Wenn jemand stirbt, dann kommt er in die Kühlkammer und bei vier Grad Celsius ist die Abbaugeschwindigkeit eine andere als bei Raumtemperatur.” Aktuell untersuchen die Salzburger Forscher auch Schweinemuskelgewebe nicht mehr nur bei 21, sondern auch bei vier und 30 Grad Celsius.

Unterschiede gibt es auch aufgrund von Körpergröße und Gewicht. Wichtig sei ihm auch, so Peter Steinbacher, dass die Methode einfach sei. ” Die Kosten sind sehr niedrig, weil es eine Standardmethodik in jedem Labor ist.” Von daher sei er optimistisch, dass zukünftig Rechtsmediziner einfach anhand einer Muskelprobe den Todeszeitpunkt konkret einordnen können.

Und so den echten Kommissaren helfen und vielleicht auch denen im Fernsehkrimi. : Rechtsmedizin – Todeszeitpunkt genauer bestimmen

Wie hört sich Rasselatmung an?

Unter Rasselatmung versteht man eine geräuschvolle, durch Rasseln charakterisier- te Atmung, die in den letzten Lebensstunden oder –tagen auftritt. Man spricht auch von einem brodelnden Atemgeräusch, röchelnder Atmung oder Todesrasseln.

Warum ist es wichtig Sterbende zu begleiten?

Unterstützung in der Begleitung zu Hause – Durch die Möglichkeiten der modernen Schmerztherapie mit Tabletten, Zäpfchen, Tropfen, Pflaster, Säften und Infusionen können Schmerzen unterschiedlicher Art weitgehend gelindert werden. Das erleichtert Betroffenen das Leben und verhindert unnötiges Leid.

Was Sterbende sich wünschen?

Die Wünsche der Sterbenden sind meist bescheiden – Der Gesprächsbedarf von Patienten auf der Station 112 ist meist sehr gross. «Uns geht es darum, ein Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufzubauen, damit sie uns sagen können, was sie wirklich bewegt», sagt Annett Ehrentraut.

Oft sind es letzte Wünsche, die die Patienten erfüllt haben möchten, bevor sie endgültig gehen. Diese können gewichtig sein, etwa den Partner in letzter Minute heiraten, um ihn abzusichern. In der Regel sind es aber verhältnismässig bescheidene Wünsche: das Haustier nochmals streicheln, die Familie zu einem letzten Fondue-Essen im Spital versammeln, sich von einem Saxofonisten ein bestimmtes Stück spielen lassen, nochmals für ein paar Stunden in die eigene Wohnung zurückkehren, sich an einem schönen Blumenstrauss erfreuen oder sich nochmals die Sonne auf die Haut scheinen lassen.

«Es sind selten völlig exotische Wünsche, die unsere Patienten äussern», berichtet Annett Ehrentraut. «Oft sind es Grundbedürfnisse oder Dinge, die einen hohen emotionalen Wert haben.» Der Geschmack eines bestimmten Gerichts kann Erinnerungen an schöne Momente wecken, eine Aussprache zum Seelenfrieden der Patienten beitragen.

Wie ist der letzte Atemzug?

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Stand: 01.02.2019, 08:38 Uhr Kommentare Teilen “Wenn ich aus Geist, Seele und Körper bestehe, sind zwei davon schon drüben.” © dpa Bis der Atem erlischt: Birgit Vyhnalek begleitet Sterbende. Ich bin Palliativmedizinerin und begleite Menschen durch die letzte und vorletzte Lebensphase, wie auch immer man diese definiert.

Ich besuche sie zu Hause, in einem Hospiz oder im Pflegeheim. Dabei spreche ich mit ihnen, dosiere Schmerzmittel, manchmal bin ich auch einfach nur da. „Sagen Sie Bescheid, wenn es so weit ist?”, fragen die Angehörigen oft. „So weit”, damit meinen sie den Zeitpunkt, an dem das Sterben beginnt. Dieser Zeitpunkt ist nicht immer exakt auszumachen.

Aber es gibt Anzeichen. Viele Menschen wollen dann nichts mehr essen und nichts mehr trinken. Das macht Angst. Es ist aber ganz normal. Sterbende müssen nur wenig trinken. Oft reicht es, ihnen mit ihren Lieblingsgetränken Mund und Lippen zu befeuchten. In den letzten Tagen vor dem Tod schlafen viele Menschen sehr viel, sind matt, ziehen sich sichtbar in sich zurück.

  1. Man sagt nicht umsonst: Er oder sie hat sich zum Sterben hingelegt.
  2. Der Körper fährt den Stoffwechsel zurück.
  3. Das Gesicht ist sehr blass, oft vor allem um Lippen und Nase herum.
  4. Dieses markante „Todesdreieck” tritt sehr oft auf und ist ein typisches Zeichen für den nahen Tod.
  5. Die letzten Atemzüge sind sehr charakteristisch.

Manche Menschen hecheln kurze, harte Luftstöße im Stakkato. Andere sammeln noch einmal alle Kraft, saugen die Luft langsam ein – als wollten sie sich mit einem lauten Seufzer verabschieden. Oft gleicht das Atmen einer Rassel. Immer wieder setzt es aus. Das Rasseln kommt daher, dass der Sterbende nicht mehr husten und schlucken kann, und dass sich nicht unbedingt zum Atmen notwendige Seitenwege im Rachen mit Schleim füllen.

Auch dieses Zeichen, im Volksmund „Todesröcheln” genannt, ist sehr häufig. Das Atmen durch den Mund trocknet die Schleimhäute aus – feuchtes Abtupfen ist eine kleine Erleichterung. Denn obwohl viele Patientinnen und Patienten in dieser Phase bereits bewusstlos sind, gehe ich davon aus, dass die Sterbenden spüren, wenn sie umsorgt werden.

Geborgenheit ist in dieser Phase wichtig, Berührung, die Lieblingsmusik. Wer solche rasselnden Atemzüge noch nie gehört hat, erschrickt erst einmal. Manche Angehörigen denken, dass der Sterbende erstickt. Das ist nicht der Fall. Das Rasseln ist nicht quälend.

  1. Ich habe es schon erlebt, dass ein Patient erstaunt murmelt: „Was rasselt denn da so?”.
  2. Das Gehör funktioniert noch sehr lange gut.
  3. Die Atempausen werden dann länger, sie dauern manchmal bis zu einer Minute.
  4. Es kommt auch vor, dass nach dem vermeintlich letzten Atemzug nach einigen Minuten noch ein allerletzter folgt.

Es gibt einen eigenen Ausbildungszweig „Palliative Atemtherapie”. Dabei legen wir den Menschen zum Beispiel eine Hand auf den Brustkorb. Das entspannt. Manchmal – aber bei weitem nicht so oft wie im Fernsehen – werden in solchen Augenblicken noch letzte, teils ganz bildhafte Gedanken ausgesprochen.

Eine Patientin sagte leise: „Wenn ich aus Geist, Seele und Körper bestehe, sind zwei davon schon drüben.” Einen Menschen bis zu seinem letzten Atemzug zu begleiten ist eindrucksvoll, um nicht zu sagen: erhebend. Es ist ein großer Moment, dabei zu sein, wenn jemand sein Leben aushaucht. Das führt mich aus dem Alltag heraus.

Es löst heftige Gefühle aus, bei einem so wichtigen Ereignis präsent zu sein. Ich empfinde dabei auch Dankbarkeit. Geburt und Tod, das sind die beiden Eckpfeiler unserer Existenz. Viele wollen diesen Moment gemeinsam mit ihrem Ehepartner erleben. Das ist nicht immer möglich.

  • Es kommt vor, dass ein Mensch genau in dem Moment stirbt, wenn gerade niemand sonst im Raum ist.
  • Ich habe sehr viele Menschen nach dem Tod gesehen.
  • Sie wirkten ausnahmslos friedlich.
  • Ja, ich bin manchmal traurig, wenn jemand stirbt, der mir sehr sympathisch war.
  • Ich rede viel mit meinen Patienten und trage ihre Geschichten noch lange in mir.

Die letzten Tage und Wochen im Leben sind eine kostbare Zeit. Wir können heutzutage viel tun, um Schmerz und Angst zu lindern. Trotzdem ist es natürlich so, dass Sterben schwer ist. Für jeden. Menschen sterben oft, wie sie gelebt haben. Jemand, der mit vielem hadert, tut sich auch mit dem Sterben schwer.

Was ist am Ende des Lebens wichtig?

Gibt es Muster, was Sterbende bereuen und worüber sie froh sind? – Meist geht es um die Intensität des Lebens, um Beziehungen, Freundschaften und Familie. Wer in diesen Bereichen eine positive Bilanz ziehen kann, ist tendenziell zufrieden. Bei denen, die früh sterben müssen, ist grosse Trauer da, vieles nun nicht mehr zu erleben, etwa die eigenen Kinder aufwachsen zu sehen.